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Madame Marie- Anne- Adelaide Lenormand wurde am 27. Mai
1772 in Alencon unter dem Sternzeichen der Zwillinge geboren. Zunächst sollte sie in einem Kloster erzogen worden sein, wo sie einer Erzählung zufolge dem Bischof Grimaldi auffiel. Er bescheinigte dem damals
siebenjährigen Kind übernatürliche Fähigkeiten und weit übers Normale hinausreichende Inspirationskräfte.
Mit 21 ging Madame Lenormand nach Paris. Dort lernte sie
die damals recht bekannte Wahrsagerin Madame Gilbert kennen, die ihre Lehrerin wurde. Über die Zeit zwischen dem Abgang von der Klosterschule und ihrer Ankunft in Paris ist nichts bekannt, wie Madame Lenormand auch
so manches andere von ihrem Leben bewusst vor der Öffentlichkeit verbarg. Einzelheiten blieben in geheimnisvolles Dunkel gehüllt, was sie für die esoterischen Kreise um so anziehender machte.
Schon bald machte Madame Gilbert sie zu ihrer Partnerin,
und eine weitere Überlieferung besagt, dass die beiden Damen einen Jungen namens Flammermont, der Fleisch in die vornehmen Häuser lieferte, beauftragten, Werbung für sie zu machen. So erhielten sie Zutritt zur
besseren Gesellschaft.
Doch das Wahrsagen war damals offiziell untersagt, und so
wurde Madame Lenormand eines Tages vor Gericht gestellt und verurteilt, weil sie das “ Wahrsagen verbotenerweise ausgeübt habe”. Sie kam ins Gefängnis und wurde 1809 aus Paris ausgewiesen, was jedoch ihrem
Bekanntheitsgrad und ihrem Ruf nur förderlich war. Bis 1814 blieb sie in Brüssel und kehrte dann Paris zurück. Dort begann nun ihr Aufstieg, denn jetzt konnte sie die Prophetie ungehindert betreiben.
In der Landesbibliothek Stuttgart existiert noch ein
Exemplar einer Schrift der Seherin Lenormand, die von der F.F. Haspel’schen Buchhandlung in Schwäbisch Hall- aus dem Französischen übersetzt- herausgegeben worden ist. Sie weissagt darin die Geschehnisse der Jahre
1848 bis 1860. Um bei der Wahrheit zu bleiben, muß allerdings gesagt werden, daß diese Voraussagen nicht eintrafen.
In Paris erwarb Madame Lenormand ein Vermögen, das ihr den
Ankauf von Gütern bei Alencon, eines Hauses in Paris sowie eines Schlosses in Poissy gestattete. Ihr Salon in der Rue Honore - Chevalier in Paris war ein wahrer Anziehungspunkt für die bessere Gesellschaft! Heute
wird behauptet, Madame Lenormand habe auch Napoleon beraten, doch das muß bezweifelt werden. Sicher ist lediglich, dass sie Kontakt zum Hofe des Keisers hatte, dessen Sturz sie vorausgesagt haben soll.
Sie schuf den Typ der “ cartomancienne mondaine”, zu der
man einfach gehen musste, wollte man mitreden. Madame Lenormand galt als Sybille von Paris!
Ohne Frage war diese Frau hoch talentiert und gebildet. Sie
erstellte Horoskope, kannte sich bestens in den Mythen und in Volksweisheiten aus. Sie wusste um die Wünsche ihrer Klienten, zumal sie- allem Anschein nach- psychologisch sehr begabt war. Sie schrieb Bücher
und Aufsätze und nahm auch direkten Einfluss auf die Gestaltung der Kartensymbole, da sie viel Phantasie besass und in Bildern denken konnte. Diese Fähigkeit lassen die Motive noch heute erkennen.
Am 25. Juni 1843, als die Sonne im Abschnitt Krebs stand,
starb Madame Lenormand im Alter von 71 Jahren in Paris und hinterliess ein grosses Vermögen. Viele Wahrsagerinnen versuchten danach vergeblich ihr Erbe anzutreten. Und allmählich wurde sie selbst zur Legende.
Quelle : Wahrsagen mit d. Karten der Mdm. Lenormand von B.A.Mertz
Heute verwenden manche medial begabte Menschen die Karten der Mdm Lenormand zum Kartenlegen und zur Lebensberatung, da die Symbole der Karten direkt Bilder im Unterbewusstsein entstehen lassen.
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